Werbung für Renault Eco 2
2007 war Paris Schauplatz des Finales im Wettbewerb des europäischen Werbenachwuchses, dem Best YET (Best Young European Team). Auch zwei deutsche Teams waren dabei, um ihr Können auf internationalem Niveau unter Beweis zu stellen: Als Sieger beim diesjährigen ZeitungKreativ New(s)comers Best der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft traten Marlon Knispel und Julius Steffens (Goldfisch, Berlin) und Milena Hirschochs und Dennis Tjoeng (BBDO, Düsseldorf) die Reise in die französische Hauptstadt an. Begleitet wurden die vier Youngsters von Thomas Schwarz, Creative Director von DDB Germany/DDB Düsseldorf, der für Deutschland in der internationalen, neunköpfigen Jury mitwirkte.
Auf die insgesamt 36 Nachwuchskreativen wartete eine anspruchsvolle Aufgabe: Eine Zeitungskampagne für Renault zur Neueinführung der Marke "Eco 2" zu entwickeln. „Eco 2“ ist eine neue Kennzeichnung, die den Kunden das Engagement des Autoherstellers für ein ökologisches und sparsames Fahrzeugangebot und seinen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt signalisieren soll. Gleich bis zu drei Anzeigen oder eine Kampagne mit bis zu drei Motiven pro Team waren für die Schlusspräsentationen gefordert. Dieses Briefing von Olivier Altmann (Chairman of the Worldwide Creative Board, Co-Chairman & CCO von Publicis Conseil), der die Jury leitete, war übrigens nicht frei erfunden. Die Einführung von "Eco 2" ist derzeit auch eine aktuelle Arbeit bei Publicis.
Juror Thomas Schwarz: "Es entstanden in der Kürze der Zeit sehr ungewöhnliche und kreative Ansätze. Manche spielten ganz bewusst mit dem Medium Zeitung, so raste einmal ein Auto von Seite zu Seite und blieb plötzlich auf der Wetterseite stehen, wo man Bezug auf den Klimawandel nahm. Oder eines der österreichischen Teams hatte ein Loch in die Seite geschnitten, die dann „CO2“ auf der nächsten Seite in „ECO2“ verwandelte."
Den dritten Platz jedoch belegte schließlich mit Isabelle Hauser (Advico Y&R) und Iris Alder (Jung von Matt/Limmat) ein Team aus der Schweiz, mit einem Vergleich der Produktion von Nahrung und Autos: „Why do you just care about how your food has been produced?“
Thomas Schwarz: "Milena Hirschochs und Dennis Tjoeng brachten mit ihrer fiktiven Kampagne die Jury zum Nachdenken. Zu sehen waren Motive wie es „In a perfect world ...“ wäre. So sah man einen Himmel für Autos, der Recycling unnötig macht oder Schornsteine, die Blumenduft versprühen. Der Jury war diese Idee der sechste Platz wert."
Platz 2 für Deutschland!
Marlon Knispel und Julius Steffens mussten sich nur dem Team aus Schweden knapp geschlagen geben. Ausschlaggebend für den "tollen zweiten Platz", so Thomas Schwarz, "war die ungewöhnliche, überraschende und direkte Ansprache des Zeitungslesers mit „Hello, I used to be your old car.“ Vielleicht hätte es sogar für Platz eins gereicht, aber die Jury befand, dass es vor allem eine Ambient-Kampagne wäre. Man könnte überall Aufkleber auf Produkten verteilen, die aus Teilen des Autos recycelt sind. Die Zeitung ist ja nur ein ganz kleiner Teil davon."
Schweden siegt
So ging Platz eins und damit die beiden Tickets nach Cannes mit Martin Lundgren und Ted Harry Mellström an zwei junge Werber von DDB Stockholm, die für den Launch von "Eco 2" einen Bezug zur Tierwelt gewählt hatten. Danach schmücken viele Hersteller die Kühler ihrer Fahrzeuge mit Emblemen aus der Tierwelt, zugleich sei die Autoindustrie jedoch der größte Feind der Tiere. Mit diesem Widerspruch machten sich einige Hersteller genau betrachtet beim Thema Ökologie zum Gespött, während Renault weiter denke.
In der Jury entschieden neben Olivier Altmann und Thomas Schwarz außerdem Tibor Barci (CCA-Creativ Club), Christophe Ghewy (Libens, Ghewy & Fauconnier), Luigi del Medico, (ADC Schweiz), Enis Püpülek (WatersWidgren), Andy Reagan (Iris London), Mischa Schreuder (TBWA Neboko), Lin StrØmsheim (BBDO Oslo).
Petra Gremmelspacher (ZMG Frankfurt): "Auch wenn am Ende nur ein Team die Teilnahme am Festival in Cannes gewinnen kann, machen die internationale Atmosphäre inmitten der besten europäischen Jungkreativen und der mit Kreativpreisen hochdekorierten Top-Juroren den Best YET Award zu einer begehrten Veranstaltung. Die Attraktivität des Events hat sich nach Amsterdam, Antwerpen, London und Berlin nun in Paris erneut bestätigt. Die Ausweitung auf weitere Länder, beispielsweise in Osteuropa, wäre für das bisherige Netzwerk die nächste Stufe des Erfolgs."








