Studie: Regionale Energieanbieter 2020

Strom aus regionaler Herkunft findet loyale Kunden vor allem im Medium mit regionaler Verankerung: der Zeitung

Global die Konsequenzen, lokal das Handeln: Auch im Energiesektor spielt Regionalität eine zunehmend wichtige Rolle. Waren Heimatgefühl und regionale Identität schon vor Corona ein spürbarer Trend, wird er sich nach Meinung der Mehrheit der deutschen Bevölkerung jetzt weiter verstärken. 52 Prozent sagen, dass das regionale Umfeld für sie an Bedeutung gewinnt. Das betrifft auch den Markt der Stromanbieter.

Eine Untersuchung dazu hat jetzt die ZMG im Auftrag des BDZV erstellt. Die Studie „Regionale Energieanbieter“ bündelt die Aussagen von mehr als 2.800 Personen zwischen 16 und 69 Jahren zu ihrer Zufriedenheit, Auswahlkriterien und Präferenzen bei Stromanbietern. Eine Erkenntnis: Image und Kundenbindung lokaler und überregionaler Stromanbieter unterscheiden sich zum Teil erheblich. Ebenso die Erwartungen der Kunden an ihren jeweiligen Anbieter.

Was Stromkunden zufrieden macht

Worin sich alle einig sind, sind die zentralen Zufriedenheitskriterien. Zuverlässige Stromlieferung, Kundenservice, transparente Vertragslaufzeiten sind ein Muss für alle Marktteilnehmer und sorgen insgesamt für große Zufriedenheit bei rund zwei Dritteln aller Kunden. Darüber hinaus heben sich lokale Stromanbieter aber in wichtigen Kriterien von ihren überregionalen Wettbewerbern ab: Ihre Verbundenheit mit der Region (74 Prozent), Beratungsleistungen vor Ort (67 Prozent), lokales und gesellschaftliches Engagement (63 bzw. 57 Prozent) werden von ihrer Kundschaft sehr geschätzt und führen zu größerer Zustimmung zum Vertragspartner. Neben der reinen Stromversorgung ist es also gerade ihr lokaler Fokus, mit dem regionale Energieversorger punkten. In Summe bedeutet das: Lokale Stromkunden sind zufriedener mit ihrem Lieferanten als Kunden überregionaler Anbieter. 

Neukunden in der Zeitung

Für die Kundengewinnung gibt die Studie konkrete Hinweise: Neue Abnehmer finden regionale Energieversorger am besten dort, wo lokale Nähe und Verbundenheit großgeschrieben werden: in der Zeitung. 52 Prozent der Tageszeitungsleserinnen und -leser bejahen, dass ein Vor-Ort-Versorger bei einem Neuvertrag für sie in Frage kommt. Nichtleser sind deutlich weniger aufgeschlossen. Nur 44 Prozent sind offen für einen lokalen Versorger. Zeitungsleser haben aber nicht nur eine höhere Bereitschaft zum Vertragsschluss mit dem örtlichen Stadtwerk. Sie sind gleichzeitig wertvolle Multiplikatoren: Während mindestens jeder Zweite (54 Prozent) seinen derzeitigen lokalen Stromanbieter weiterempfehlen würde, gilt das nur für 44 Prozent der Kunden überregionaler Anbieter. Die Kundenansprache über die regionale Tageszeitung lohnt sich so für die ortsnahen Energieversorger gleich doppelt.

Kriterien bei der Stromanbieterwahl

Das Werben für sich ist das eine, die Überzeugung eines potenziellen Kunden das andere. Was Neukunden beim Vertragsabschluss wichtig ist, listet die Studie akribisch auf. Unerlässliche Hygienefaktoren sind die zuverlässige Stromversorgung, Preisgarantie, günstiger Strompreis und Tariftransparenz. Bei lokalen Energieversorgern sind zusätzlich deren Nachhaltigkeit, lokales Engagement sowie die persönliche Nähe vor Ort wesentliche Auswahlkriterien. Neue Kunden legen besonderen Wert auf einen guten Ruf (78 Prozent), einen hohen Anteil erneuerbarer Energien (68 Prozent), zertifizierten Ökostrom (64 Prozent), Verbundenheit mit und Engagement für die Region (64 Prozent) sowie die Unterstützung lokaler Institutionen (59 Prozent).

Wer Verbraucherinnen und Verbraucher überzeugen möchte, muss als lokaler Anbieter also mehr bieten als preisgünstig Strom in die Leitung zu geben. Aber es scheint sich zu lohnen: Die Klientel örtlicher Stromanbieter ist sehr viel treuer als die der überregionalen Konkurrenz. Gut zwei Drittel (68 Prozent) geben an, ihren Anbieter nicht wechseln zu wollen. Größer ist die Wechselbereitschaft bei überregionalen Versorgern: 55 Prozent ihrer Kunden sind wechselbereit. Ihre treusten Kunden haben örtliche Versorger unter den Zeitungslesern: Ihren regionalen Anbieter würden nur 22 Prozent der TZ-Leser aufgeben. Die Bindung an die Überregionalen ist dagegen deutlich geringer: Jeder zweite Tageszeitungsleser spielt hier mit dem Gedanken zu wechseln.

Die Befragungsergebnisse unterstreichen, dass die Zeitungen ein besonders lohnendes Werbemedium für lokale Energieversorger sind. Sie finden unter den Lesern überdurchschnittlich viele aufgeschlossene Kunden, für die das lokale Engagement der Anbieter ein wichtiger Pluspunkt ist. Gleichzeitig können die Anbieter mit der zeitunglesenden Kundschaft langfristige und loyale Kundenbeziehung aufbauen. Schließlich gilt: Besser treue Kunden halten als neue gewinnen.

Download Infografiken der Studie (PDF)

Kontakte:

Kontakt (BDZV) Dr. Andrea Gourd, Telefon 069/973822-46, E-Mail gourd@bdzv.de

Kontakt (ZMG): Alexander Potgeter, Telefon 069/97 38 22-24, E-Mail potgeter@zmg.de