Studie: Zeitungen auf Twitter

Takt- und Impulsgeber im digitalen Diskurs

Mit ihrer Berichterstattung bieten Zeitungen auf Twitter Vielfalt und Austausch. Dabei sind auch regionale Zeitungen starke Marken auf Twitter, was den Wirkungskreis der Blätter weit über ihre gedruckten Ausgaben erweitert. Das zeigt die aktuelle Studie „Zeitungen auf Twitter. Takt- und Impulsgeber im digitalen Diskurs“, der ZMG im Auftrag des BDZV, für die zehn Accounts regionaler und acht überregionaler Zeitungen von Dezember 2020 bis Februar 2021 untersucht wurden.

Mit 2,3 Millionen Followern ist Zeit Online (@zeitonline) der Spitzenreiter unter den Zeitungen. Gemessen an den absoluten Werten weisen die überregionalen Zeitungen deutlich höhere Follower-Zahlen auf als die Regionalen. Setzt man die Zahl der Follower aber ins Verhältnis zur Auflage der Titel, zeigen sich die „Hidden Champions“. Allen voran die taz (@tazgezwitscher), deren Followerzahl auf Twitter die Printauflage um mehr als das Zwölffache übersteigt. Auch bei @mopo, @morgenpost und @SZ ist das Verhältnis größer als 5 zu 1.

Aber welche Tweets sind erfolgreich und werden retweetet? Den drei Top-Tweets (@BILD mit 1.125 Retweets, @mopo mit 737, @Tagesspiegel mit 665) ist gemeinsam, dass sie Beiträge zu stark diskutierten und emotionalen Themen (Fußball, Corona-Infektionstreiber, Rassismus) transportieren. Insgesamt dominierten im Untersuchungszeitraum die Themen Corona (46,2 Prozent), Skandale (29,3 Prozent) und Politiker bzw. Politikerinnen (20,8 Prozent).

Regionale Medienunternehmen punkten auch auf Twitter mit ihren lokalen Themen. Bei Spitzenreiter @morgenpost drehen sich 91 Prozent der populärsten Tweets um das Geschehen vor Ort, bei @OZlive, @LVZ, @mzwebde und @fnp_Zeitung mehr als 70 Prozent.

Gerade diese Vielseitigkeit der Zeitungen ist einer ihrer großen Pluspunkte, findet Thomas Halamuda, der die Twitteranalyse als stellvertretender Leiter Forschung der ZMG verantwortet: „Als vertrauenswürdiger Absender sind die Zeitungen auch im Social Media-Umfeld ein einflussreicher Akteur. Die Redaktionen setzen die Vielfalt ihrer Berichterstattung auf Twitter konsequent um – durchaus mit ihrer je eigenen Handschrift. Sie fördern damit Diskurse und Meinungsbildung im Digitalen.“

Außerdem gilt: Wer Twitter nicht nur als Nachrichtenkanal, sondern auch als Diskussions-Plattform nutzt, kann seine Follower stärker einbinden. „Engagement, Reflexion, Haltung – das sind Schlüsseleigenschaften erfolgreicher journalistischer Twitter-Marken. Zeitungen können damit ihre Sichtbarkeit und Attraktivität auf Twitter weiter steigern“, kommentiert Peter Klimczak, Forscher auf dem Gebiet der analytischen Medienwissenschaft und Projektleiter der Studie.

Download: Die Studienergebnisse (49 Charts)
 

Individuelle Analysen für Verlage

Die Twitter-Studie setzen wir auf Wunsch erneut für interessierte Verlage auf. Dabei kann der verlagseigene Twitter-Account individuell untersucht werden. Bei Interesse und inhaltlichen bzw. methodischen Nachfragen, melden Sie sich gerne bei Thomas Halamuda, Stellv. Leitung Forschung bei der ZMG (halamuda@zmg.de).

Zudem wird die Studie in einem BDZV-Webmeeting am 26. August von 14-15 Uhr vorgestellt. Teilnahmeinformationen erreichen Sie in den nächsten Tagen.
 

Kontakt:
Thomas Halamuda, Telefon 069/97 38 22-65, E-Mail halamuda@zmg.de